Wie man einen kühlen Kopf bewahrt

Ein Eis hatten sich die Teilnehmenden am heißesten Wochenende des Jahres verdient!

Trotz der Hitze einen kühlen Kopf bewahren: Während draußen der deutsche Hitzerekord von 1983 überboten wurde, diskutierten drinnen 12 Ehrenamtliche aus der Heidelberger Vereinslandschaft engagiert über Praxisbeispiele, bei denen mit kühlem Kopf gehandelt werden musste. Die Übungen waren Teil der Basisschulung „Prävention sexueller Gewalt“, einer Fortbildung für Übungs- und Jugendleiter/innen.

Sicherlich schadete es nicht, dass mit kühler Wassermelone, Klimaanlage und einem Eis nachgeholfen wurde – aber die Teilnehmenden hätten sicher auch ohne diese Hilfsmittel konzentriert mitgearbeitet. Denn die Praktikerinnen und Praktiker der Kinder- und Jugendarbeit kennen die Problemstellungen aus ihrem ehrenamtlichen Alltag: persönliche Grenzen von Kinder und Jugendlichen sind ganz unterschiedlich und stehen immer in Gefahr, verletzt zu werden. Sei es unbeabsichtigt, durch eine verletzende Bemerkung oder versehentliche Berührung, oder mit Absicht: Als Leiter/in haben die Ehrenamtlichen die Pflicht, einzugreifen und sich für die Einhaltung der Grenzen stark zu machen.

Auch der Extremfall wurde besprochen: Was, wenn sexueller Missbrauch an einem mir anvertrauten Kind oder Jugendlichen verübt wird? Informationen rund um das Thema sexuelle Gewalt und ein Notfallplan waren erste Schritte, um einen solchen Fall handhaben zu können.

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Der grobe Ablauf der Schulung

 

Die positive Gesprächsatmosphäre und gegenseitige Ratschläge bei Praxisfragen zeigten, wie ernst die Ehrenamtlichen ihre Aufgabe nehmen und mit welchem Enthusiasmus sie die Heidelberger Kinder- und Jugendarbeit prägen. In Zukunft, so war aus dem Feedback zu entnehmen, sei die Wahrnehmung für Grenzverletzungen noch stärker ausgeprägt und das Wissen um die rechtlichen Grundlagen gefestigt.

Allen Teilnehmenden ist zu wünschen, dass sie ihr neu erlerntes Wissen über Extremfälle niemals anwenden müssen und wenn doch: dann mit kühlem Kopf.

Die Projektstelle „Kein Missbrauch, des Stadtjugendrings Heidelberg wird auch in Zukunft Basisschulungen anbieten. Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte.