Jugendringe – Kristallisationskerne der örtlichen Jugendarbeit

„Gute Ressourcenausstattung von Jugendringen stärkt das bürgerschaftliche Engagement von jungen Menschen“

Jugendringe unterstützen ihre Mitgliedsorganisationen in vielfältiger Weise und tragen zur Lebendigkeit der kommunalen Jugendarbeit bei, so die neue Studie des Deutschen Jugendinstituts (dji). Vor allem kleine Verbänden, die sonst keine oder sehr eingeschränkte Möglichkeit des fachlichen Zugriffs hätten, nutzen Jugendringe.

Die Studie im Ländervergleich hebt hervor, dass Jugendringe  als Kristallisationskern  für  Jugendarbeit bei guter Ausstattung mehr ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit fördert und es, entgegen vieler Annahmen, dadurch nicht zu einer Verdrängung der Jugendverbände als Akteure der Jugendarbeit führt, sondern im Gegenteil die kleinen Gruppen vor Ort stärkt.

Trotz dieser Erkenntnisse hat sich an der geringen finanziellen Ausstattung der Jugendverbände nichts geändert. Und dies obwohl in der in der amtlichen Statistik eine Ausgabensteigerungen für Jugendverbandsarbeit im Vergleich der Jahre 2006 und 2010, ausgewiesenen ist. Denn ein Großteil der dort dokumentierten  Ausgabensteigerungen in den Kommunen ist oft auf den Ausbau der Nachmittagsbetreuung und Schulsozialarbeit zurückzuführen.

Dennoch sollten sich Jugendringe stärker öffnen und die Zugangshürden für Partizipation und Teilhabe abbauen. Die kritische Anmerkung, dass „Jugendringe ihre Aufgabe als Erfahrungsort für kommunalpolitische Arbeit nur bedingt erfüllen“, hängt laut Studie oft damit zusammen, dass Jugendlichen zu wenig Räume für politische Erfahrungen in Jugendringen eröffnet werden. Der politischer Bildungsauftrag darf sich deshalb nicht nur auf die Durchführung von Bildungsmaßnahmen begrenzen, sondern sollte Lernen durch Ausprobieren einschließen. Jugendringe müssen ihr Potenzial, jungen Menschen Erfahrungen in (Kommunal)Politik zu ermöglichen, ausschöpfen. Hier besteht  laut Studie Handlungsbedarf,  nicht nur im Jugendring,  sondern in der Jugendarbeit ganz allgemein, will man  dem Sozialisationsanspruch in der Jugendhilfe gerecht werden.

Bundesweite Studien zum bürgerschaftlichen Engagement zeigen, dass der Anteil Jugendlicher, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und sich freiwillig in Verbänden und Organisationen engagieren, hoch ist. Allerdings deuten erste Studien bereits darauf hin, dass die Verdichtung von Schule sich auf das Engagement auswirkt.

Die Diskussion zur Kooperation von Schule und Jugendarbeit darf deshalb nicht nur auf den Ausbau von Ganztagsschule verkürzt werden. Denn Die Hoffnung von Jugendringen, dass Jugendverbände durch ihr Engagement an und mit Schulen neue Zielgruppen für ihre außerschulischen Angebote und neue Mitglieder gewinnen, hat sich vielfach bisher nicht erfüllt.

 

Perspektive:

Der Widerspruch in den Grundprinzipien (z.B. Schule – Jugendarbeit / Plicht oder Freiwilligkeit / Animation oder Selbstorganisation) und die Rolle eines Jugendrings, reduziert als Dienstleister oder jugendpolitischen Erfahrungs- und Diskussionsraum bzw. eine stärkere Hinwendung zu inklusiven Aufgaben, wird zukünftig zu diskutieren sein.

 

Die Studie hier zum download  http://www.dji.de/bibs/64_15225_Jugendringe.pdf