Jugendaustausch Rehovot

IMG_1451Mit reichen Eindrücken sind zwanzig Jugendliche aus Rehovot zurückgekehrt, wo sie am offiziellen Jugendaustausch des Stadtjugendring Heidelberg mit seiner israelischen Partnerstadt teilnahmen.
Im letzten Sommer war die Reise noch wegen des damaligen Gaza-Krieges ausgefallen, was zur Folge hat, dass man sich in diesem Jahr zweimal sieht.

Denn im Sommer werden die Rehovoter Jugendlichen in Heidelberger Familien zu Gast sein. Durch die Verschiebung erlebte die Heidelberg-Gruppe in Israel eine besondere Zeit: Anstatt in der brütenden Sommerhitze dieses besondere Land zu erkunden, durften sie diesmal in der besten Reisezeit Land und Leute kennenlernen. Eine ganz besondere Färbung erhielt der Aufenthalt durch die Feier des Pessach, das im jüdischen Festkalender einen ganz besonderen Rang einnimmt. Als Ehrengäste durften sich die Jugendlichen in den Familien fühlen, vor allem am Seder-Abend, mit dem das Fest eingeleitet wird. Mit koscheren, aber auch lukullischen Speisen feierte man diesen zumeist im Kreise der Großfamilie. Da konnten durchaus zwanzig Gäste zusammenkommen; eine gute Gelegenheit, viel über das Familienleben dort zu erfahren.CIMG3750

Dass man in einer durchaus spannenden Zeit in Israel war, wurde allein schon wegen der parallel laufenden Koalitionsverhandlungen nach den gerade abgeschlossenen Wahlen spürbar, die innerhalb der Familien – aber auch mit den jungen Gästen – ein wichtiges Gesprächsthema bildeten.

Die Stadt Rehovot und die ehrenamtlichen Organisatoren hatten wieder ein reichhaltiges Programm vorbereitet. Denn nicht nur die Stadt selbst wurde vorgeführt – so besuchten Gäste und Gastgeber das weltberühmte Weizmann-Institut, das Ayalon Institut mit seiner geheimen Munitiosfabrik und manche andere Einrichtung – sondern es gab auch Fahrten in den Norden des Landes mit den vielen christlichen Stätten am See Genezareth und in Nazareth, aber auch zu politisch brisanten Plätzen wie den Golan-Höhen.

Eine weitere Exkusion führte in den Süden mit Totem Meer und der Festung Masada, dem Symbol für jüdischen Überlebenswillen. Der Besuch in Jerusalem mit Grabeskirche und Klagemauer war geprägt von einer intensiven Führung im Holocaust-Museum von Yad Vashen, wo die jungen Heidelberger mit der nur schwer zu ertragenden schrecklichen deutsch-jüdischen Geschichte konfrontiert wurden.

Das gehört genauso zu Programm dieses seit 1985 bestehenden Austausches wie der Empfang beim Oberbürgermeister der Stadt. Rahamim Mallul forderte in seiner Ansprache die Gäste auf, als Botschafter Israels zu wirken, die dazu beitragen sollten, das in seinen Augen oft falsche Bild seines Landes in Europa zu korrigieren. Ob das in allen neuralgischen Punkten klappen wird, muss offen bleiben. Jedenfalls hatten die 20 Heidelberger, die von Daria Schafzyk, Otto Knüpfer und Stadtjugendringgeschäftsführer Steffen Wörner begleitet wurden, viel Gelegenheit, eigene Erfahrungen zu machen.

 

Text: Otto Knüpfer